Arme Kinder

Mittwoch, 7. Mai 2008 20:10

Wenn heute in Zeitungen häufig über arme Kinder in Deutschland geschrieben wird, frage ich mich , wie man wohl die Generation meiner Eltern (Jahrgang 1916 bzw. 1922) eingestuft hätte. Mein Vater hatte vier Schwestern (sechs, vier und 2 zwei Jahre älter als er) und einen vier Jahre jüngeren Bruder. Als das jüngste Kind gerade ein Jahr alt war, starb der Vater. Die Mutter musste notgedrungen einen Witwer mit mehreren Kindern heiraten, da sie allein die minderjährigen Kinder nicht durchgebracht hätte. Nach zwei Jahren wurde noch ein Sohn geboren. Die Eltern haben für Essen und ein äußerst bescheidenes Dach über dem Kopf bei einem ostpreußischen Großbauern arbeiten müssen. An vernünftige Schulbildung war da nicht zu denken. Sobald die Kinder aus dem Gröbsten waren, mussten sie mitarbeiten. Entweder direkt beim Bauern oder zu Hause auf jüngere Geschwister aufpassen, Beeren und Pilze sammeln und Reisig zum Kochen und Heizen. Anderes Brennmaterial konnten sie sich nicht leisten. In den Wintermonaten konnten sie zeitweilig die Schule besuchen. Dort wurden acht Jahrgänge in einem Raum unterrichtet. Die Mädchen aus den Häuslerfamilien hatten dann noch der Frau des Lehrers im Haushalt zu helfen. Die Jungen wurden zum Holzhacken und zu anderen schweren Arbeiten aus dem Unterricht herausgenommen. Den Schulweg gingen sie zu Fuß in Holzpantinen. Das galt natürlich nicht für die Bauernsöhne. Nach der achten Klasse mit kaum vierzehn Jahren gingen dann die Häuslerkinder sowieso arbeiten. Die Jungen beim Bauern, die Mädchen, wenn sie Glück hatten, auch beim Pfarrer oder in der Gastwirtschaft in Stellung. Lernen mussten sie nichts. Die schweren Arbeiten hatten sie ja schon als kleine Kinder kennengelernt. Der Arbeitstag begann früh um halb fünf mit dem Versorgen der Tiere, dem Melken und dem Säubern der Ställe. Erst danach gab es Frühstück für das Gesinde, bevor die Männer aufs Feld, die Frauen in den Garten, in die Waschküche oder auch auf das Feld gingen. Getreide wurde mit der Sense gemäht und von den Frauen und Mädchen zu Garben gebunden und in Hocken zum Trocknen aufgestellt. Das getrocknete Getreide wurde auf Pferdefuhrwerke aufgeladen und in eine Scheune gefahren, wo es dann im Winter ausgedroschen wurde. Kartoffeln wurden anfangs ebenfalls mit der Hacke gebuddelt, kurz vor dem Krieg hatten dann einige Bauern schon einen Kartoffelroder, der von Pferden gezogen wurde. Die schwere Arbeit des Aufsammelns blieb aber bestehen. Ein Arbeitstag endete spät abends nach dem Füttern der Tiere und anderen Hausarbeiten.

Da meine Mutti in ganz ähnlichen Verhältnissen aufgewachsen ist, zu denen ich später mehr sagen möchte, kann sich jeder schon mal überlegen, wie das mit den armen Kindern ist.

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Heute vor 20 Jahren

Donnerstag, 27. März 2008 21:56

Genau vor 20 Jahren starb mein Vater. Er wurde 71 Jahre, 9 Monate und 3 Tage alt. Wie so viele Menschen seiner Generation hat er es nicht leicht gehabt in seinem Leben. Ich werde später einmal mehr über ihn schreiben.

Der 27. März 1988 war der  Sonntag vor Ostern oder Palmsonntag.  Beerdigt wurde er am 30. März, dem 12. Geburtstag unseres Sohnes Markus.

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Ein hoher Preis

Dienstag, 25. März 2008 11:03

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Das ist Karoline, wie wir als Großeltern sie gesehen haben. Damals war sie gut zwei Wochen alt. Inzwischen ist sie mehr als dreieinhalb Monate und wir können ihre Entwicklung nur anhand von Fotos verfolgen.

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Ihre Eltern hat es der Arbeit wegen nach Zürich verschlagen. Wir als Großeltern sitzen im Havelland fest. Wie schlimm muss es erst für die Familien gewesen sein, die zur Zeit der Postkutschen und Segel-  oder Dampfschiffe ausgewandert sind! Wir können wenigstens noch per Telefon oder Internet Kontakt zu unseren Kindern halten und werden regelmäßig mit aktuellen Fotos versorgt. Nun dauert es nicht mehr lange, bis wir dich wiedersehen, kleine Maus.

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Kein Vergleich

Dienstag, 25. März 2008 9:32

bild11.jpgDas ist Karoline.  Weder Knut noch Flocke können da mithalten. Sie ist einfach nur süß.

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